Der „Win-Win-deal“
Eine klimagerechte Stadt entsteht durch lebenswerte Qualitätsquartiere!! Aber wie?

Eine lebbare Welt für unsere Kinder erfordert auch eine klimagerechte Stadt mit weniger MIV …der wichtigste Hebel hierfür sind Kurzstreckenfahrer bis 5km, indem ganz ohne Verbote, Bevormundung und Verunmöglichung für eine Gewohnheits-Umorientierung Fahrrad, EBike, ÖPNV und ähnliches einfacher und
MIV etwas umständlicher gemacht werden müssen.
Das heißt z.B. attraktive Direkt-Querungen gibts für Rad & co, umwegträchtige Quartiersumfahrung für den MIV … das bedeutet aber auch: Im Quartier wird´s dadurch ruhig, sicher, schadstoffarm, begegnungsreich, grün und schön. Ein
verkehrspolitisch erprobtes und bewährtes Mittel analog zum “Groninger Modell” und den “Superblocks” aus Barcelona.
Bürger-Akzeptanz
Akzeptanz entsteht durch Wahlfreiheit und geförderten Gestaltungsspielraum!! Aber wie?

- Quartiere können Straßenzug für Straßenzug sich nur dort und soweit weiterentwickeln, wo und wie eine Bürgermehrheit dies laut Umfrage gerne möchte.
- geknüpft an Selbstverwaltungsvoraussetzungen könnte die Stadt ein Budget und Planungshilfe für eine Auswahl an
Gestaltungsmöglichkeiten anbieten. - Über Initialumfragen, Straßenfest-Info-Veranstaltungen, Bürgerbeteiligungsprozesse und städtisch assistierte Bürgerquartiersselbstverwaltung können Gemeinwohl-, Begegnungs- und Gestaltungsangebote installiert und betrieben werden.
Verkehrsberuhigung im Quartier .. wahlweise in Stufen
Sicherheit, Ruhe und Schadstoffreduktion schrittweise im Tempo der Bürgerbereitschaft verbessern. Aber wie?
In vielen Quartieren besteht ein aktives BürgerInnen-Interesse für Verkehrsberuhigung und attraktive naturnahe Gestaltung zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität. Dies kann von der Stadtpolitik und -Verwaltung aufgegriffen werden um Positiv-Beispiele zu schaffen, die durch ihre Strahlkraft auch in weiteren Bezirken BürgerInnen-Interesse wecken. Staßenzug für Straßenzug. Verkehrsberuhigung und Gestaltungsaufwertung kann hierbei je nach Bereitschaft stufenweise erfolgen:
Ausgangspunkt wäre die „0-Variante“…
Stufe 0: normaler Durchgangsverkehr im Quartier

Erste Verbesserungen für Sicherheit und Verkehrsberuhigung wären erreichbar mit der „Einsteiger-Wahloption“:
Stufe 1: zentrale Durchgangsrouten schließen

Ein zweiter Beruhigungswahlschritt könnte durch die Schaffung reiner Anwohnerverkehrsschleifen erfolgen:
Stufe 2: Nur kleinräumigen Anwohnerverkehr durch Quartiersschleifen-Abgrenzung

Nach der Reduzierung auf Anwohnerverkehr könnten in einem weiteren Wahlschritt zusätzlich Maßnahmen zur Geschwindigkeitsreduktion getroffen werden, z.B. Tempo 30 Zonen , oder sogar Spielstraßen mit 10 km/h und ggf. bauliche Bremser wie Schlängelkurse, Bremspodeste, u.ä.:
Stufe 3: Entschleunigung durch Geschwindigkeitsbegrenzung

Und schließlich könnten in einem weiteren Wahlschritt die Anwohner-Verkehrsschleifen zur Schaffung freier Flächen im öffentlichen Raum in Einbahnstraßen umgewandelt werden:
Stufe 4: Übersichtlichkeit und Freiraum durch Einbahnstraßenführung in den Quartiersschleifen

Freiraum wofür?
Mehr Leben statt Asphalt!! Wo genau entstehen potentiell freie Flächen im Quartier und wie wären diese nutzbar?







Frei werdende öffentliche Flächen können zur Begegnung, zur gemeinwohlorientierten Nutzung oder/und zur Klimaanpassung durch Versickerung, Beschattung, Biodiversitäts-
bepflanzung oder/und zur Verschönerung im Quartier genutzt werden. Aber wo entstehen freie Flächen?
Sie entstehen
a) In MIV-Durchfahrts-Sperrbereichen … und
b) Bei Einbahnstraßen wird die Gegenspur frei !!
Links & Infos zum Thema
- Dieses Konzept als PDF-Download gibt es hier (klickt hier!)
- „How to Superblock“, eine Infobroschüre von Changing Cities: klickt hier!
- in Köln hat die Bezirksvertretung Innenstadt Anfang September einstimmig die Einrichtung von zwei Superblocks beschlossen. Damit soll das Konzept der Verkehrsberuhigung und Begrünung weiter gestärkt werden (https://www.sazbike.de/markt-politik/lebensqualitaet-verkehrsberuhigung-2934871.html).
- Zudem sind zum Thema Superblocks in jüngerer Zeit Ergebnisse von zwei Forschungsprojekten veröffentlicht worden: TuneOurBlock (https://difu.de/publikationen/2024/superblocks-zwischen-verkehrsberuhigung-und-nachhaltiger-transformation-des-oeffentlichen-raumes) bzw. STAWAL (https://difu.de/publikationen/2024/stadtstruktur-wohnstandortwahl-und-alltagsmobilitaet).
- Und noch ein Hinweis auf ein kostenfrei herunterladbares Buch „Alles super? Wie Superblocks unsere Städte zu besseren Orten machen“: https://www.oekom.de/buch/alles-super-9783987261169.